Auf dem Weg zu mehr Miteinander

Intensive Gemeindeversammlung der Evangelischen Kirchen in Nagold

Bei der Gemeindeversammlung der Nagolder Gesamtkirchengemeinde am Donnerstag, 05. März 2015 auf dem Lemberg wurden Ideen und mögliche Strukturen für die zukünftige Gestalt der Evang. Kirche in Nagold vorgestellt. Die Evang. Kirche und ihre Gremien möchten die einzusparende halbe Pfarrstelle dazu nutzen, in Struktur, Pfarrämtern, Profil, Gremien und Gottesdiensten die Kirchengemeinde zukunftsorientiert aufzustellen.

 

Zu Beginn der Versammlung im Remigiusgemeindehaus, zu der mehr als 80 Personen erschienen, schilderte der Vorsitzende der Gesamtkirchengemeinde, Michael Ehrmann, die Notwendigkeit des Gesamtprozesses. Durch die im Kirchenbezirk und die Landessynode beschlossenen Umsetzungen des „PfarrPlans“ hat Nagold eine halbe Pfarrstelle einzusparen und so die 50%-Krankenhauspfarrstelle zum frühen Frühjahr 2016 zu integrieren. Diese Mehrarbeit im Bereich der Pfarrämter hat Auswirkungen auf alle Bereiche – und es gilt, sich hier strukturell neu aufzustellen, um dies alles zu bewältigen und zugleich entscheidende Chancen darin zu erkennen: mehr Miteinander, mehr klare Entscheidungswege, mehr neuer Freiraum für konkretes missionarisches und diakonisches Handeln, mehr Berücksichtigung  der Professionalisierung von Verwaltungsanforderungen.

Der kirchliche Verwaltungsstellenleiter aus Calw, Stefan Kirchner, stellte als mögliches Strukturmodell der Zukunft die Einheitsgemeinde vor. Bietet sie zwar die evtl. Tendenz, langjährige Beheimatung von Gemeindegliedern in ihren Teilgemeinden nicht mehr so stark berücksichtigen zu können, hat sie ansonsten alles für sich: schnelle Entscheidungswege, klare Erkennbarkeit von Kirche nach außen, mehr Miteinander, Möglichkeit der Profilentwicklung uvm. So entsteht dann ein Kirchengemeinderat mit verschiedenen Ausschüssen.

Auf dem Weg zur Einheitsgemeinde soll und wird nichtsdestotrotz jeder Pfarrer zuerst für einen Gemeindebereich zuständig sein – das seitherige Stadtkirchenpfarramt für Kernen, Galgenberg, mittlerer und oberer Steinberg sowie die Nordstadt. Der Remigiuspfarrer für Bächlen, Lemberg sowie Lielach und einen Teil des Iselshäuser Tals. Und der Pfarrer von Iselshausen schwerpunktmäßig für den dortigen Ortskern – wegen dieser kleineren Parochie ist dann die Versorgung der Krankenhausseelsorge mit 50%-Pfarramt ein zweites Standbein.

Im Blick auf die Gottesdienste der Zukunft soll eine Konzentration erfolgen, ohne dass die Grundversorgung an den drei Kirchen irgendwie in Frage stände. Sonntäglich Gottesdienst wird es in der Stadtkirche geben, an der Jakobuskirche (im wöchentlichen Wechsel von frühem und spätem Gottesdienstbeginn) sowie an der Remigiuskirche (im wöchentlichen Wechsel von früh und spät). Die Details sollen nun weiter ausgearbeitet werden. Auch ist beinahe sonntäglich der Krankenhausgottesdienst zu versorgen.

In reger Diskussion an Standwänden und im Plenum später kamen die unterschiedlichsten Rückmeldungen zum Zuge. Während manche von einem Prozess sprachen, der zu schnell gehe, zu wenig an der Öffentlichkeit ausgetragen werde und die Auflösung der Identitäten, besonders in Iselshausen, mit sich bringe, nahmen andere positiv Bezug auf die einheitskirchengemeindliche Orientierung, die im Bereich Gottesdienste, Jugendarbeit und vielem mehr neue gemeinsame Ziel- und Schwerpunktsetzungen ermögliche bei ansonsten weitgehender Beibehaltung der kirchlichen Heimat (Gottesdienst und Parochie).

Der Abend endete nach einem Ausblick auf die Diskussion der kommenden Monate und der Ankündigung von Teil-Gemeinde-Versammlungen, bevor dann endgültig in den KGR-Gremien entschieden werde, mit einem gemeinsamen Abendlied. Und mit dem Eindruck, dass eine Gemeinde, die einen solchen Abend gemeinsam vorbereitet und austrägt, auf einem sehr guten Weg des Austausches und des Miteinanders ist.

 

Die Powerpointpräsentationen des Abends finden Sie hier.

www.gemeinde.nagold.elk-wue.de/fileadmin/mediapool/gemeinden/KG_nagold/Downloads/Gemeindeversammlung_05_03_2015.pdf