18.12.09

Weihnachtslicht

Wie es dieses Weihnachten neu hell werden kann in unserem Leben - Gedankenanstöße ...

Wir Kinder liebten unter den vielen Schmuckstückchen, die im Advent hervorkamen, fast mit am meisten unser Adventshaus.

Vielleicht kennen Sie so was. Eigentlich ganz flach im Karton liegend, kann man dann die vier Wände, die aneinander hängen, etwas auffalten und aufstellen, und so entsteht ein Haus aus vier Wänden, mit 24 Türchen an den vier Seiten, die allesamt irgend ein Bild, einen Gedanken, einen Vers zur Adventszeit.

Und wir Kinder waren immer begeistert, wenn das Haus raus kam und bis es dann – was gar nicht so einfach war, vollends gestellt war, so dass es stand.

So kommen jetzt wieder die Advents- und Weihnachtsvorbereitungen auf uns zu – und wir wissen vielleicht noch nicht im Einzelnen, wie alles zustande kommen soll. Aber irgendwie hoffen wir darauf, dass das Haus unserer Adventsvorbereitungen zum Stehen kommt, schlussendlich, und uns und andere erfreut.

Tja, was für uns Kinder zunächst echt toll war, verlor dann doch etwas seinen Reiz. Denn bei aller Liebe blieb dieses Häuschen ziemlich blass. Und letztlich war es vor allem von innen her hohl, eigentlich nur Fassade.

Genau so mag es uns auch mit unseren Weihnachtsvorbereitung gehen, mit dem Schmuck, dem Einkaufen, den Geschenken. Alles nur Fassade, alles nur ein wenig Abglanz, aber wo bleibt der Glanz?

Und als es Abend wurde, da sah dieses kleine Haus richtig kümmerlich aus. Fast abseits, fast zu wenig, als dass man es überhaupt beachten sollte. Wie es wohl manchen mit Weihnachten geht. Es hat längst seinen Glanz von Kindertagen verloren. Und es steht abseits, ist ein Stück leer und sinnlos geworden.

Jetzt aber geschah noch eines. Begann der lange Winterabend einzuziehen, dann machte die Mutter eines. Sie griff hinter die Fassaden hinein mitten ins Häuschen und holte eine oder mehrere Kerzen heraus. Dann zündete sie die Lichter an – und plötzlich war alles anders. Licht strömte von innen nach außen, und je später der Abend, desto mehr war von dem Glanz nach außen zu sehen.

Erst recht, wenn einige der Bilder und Bibelverse zu Advent und Weihnacht schon zu sehen waren. Dann drang das Licht durch die geöffneten Türen und das hinterlegte Transparentpapier, auf dem sie standen, nach außen in unser Adventszimmer.

Für mich ist das ein Bild geworden für das Entscheidende an Advent und Weihnachten.

Ohne dieses Licht ist das Häuschen unseres Lebens in dieser Zeit nur Fassade, das Eigentliche fehlt. Aber mit diesem Licht das strahlt es von innen nach außen, und die ganze Welt in uns und um uns erhält einen neuen Glanz.

Dieses Licht ist kein anderer als Jesus, die Mitte von Weihnachten. Der von sich sagt: „ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern das Licht des Lebens haben“. Jesus macht aus der Fassade unseres Lebens einen Glanzpunkt. Und ich wünsche uns allen, dass unsere Weihnachtsvorbereitungen und Erlebnisse nicht nur Fassade und Leere, sondern Licht und Leben werden.

Martin Luther hat diese Botschaft von Weihnachten so zusammengefasst:

Das ewig Licht geht da herein, gibt der Welt ein neuen Schein. Es leucht wohl mitten in der Nacht. Und uns des Lichtes Kinder macht.